Poolbillard wird wettkampfmäßig auf einem 9-Fuß-Tisch gespielt, also einem Tisch, der neun Fuß lang und 4,5 Fuß breit ist. Der Tisch ist mit sechs so genannten Taschen versehen. Dabei muss der weiße Spielball mit dem Queue jeweils so gestoßen werden, dass eine der farbigen Objektkugeln entsprechend der Regeln in eine der Taschen gespielt werden - das nennt man Lochen. Allerdings geht die Kunst beim Poolbillard weit über das sichere Lochen hinaus. Entscheidend ist es nämlich, dass der Spielball an einer Stelle liegen bleibt, von der aus man das Spiel möglichst gut fortsetzen kann. Hohes taktisches Geschick und technisches Können müssen also miteinander kombiniert werden. Ein Spieler bleibt prinzipiell solange am Tisch, wie er korrekt Kugeln lochen kann.

8-Ball ist die wohl bekannteste Disziplin des Poolbillards. Die sportliche Wettkampf-Variante unterscheidet sich aber in einigen Belangen von dem, was meist in der Freizeit gespielt wird. Beim 8-Ball sind die Objektkugeln in zwei Gruppen aufgeteilt: die Vollen (1-7) und die Halben (9-15); die schwarze Acht spielt eine Sonderrolle. Wer als erster alle Bälle seiner Gruppe und anschließend auch noch die schwarze Acht korrekt gelocht hat, hat das Spiel gewonnen; ein Match besteht aus mehreren Spielen. Auch 8-Ball ist ein Ansagespiel. Kugel und Tasche müssen also vor dem Stoß angesagt werden; das gilt auch für die schwarze Acht am Schluss. Die Gruppen werden übrigens noch nicht beim Eröffnungsstoß zugeordnet - auch nicht, wenn dabei Kugeln fallen. Die Gruppen werden erst dadurch zugeordnet, dass ein Spieler nach dem Eröffnungsstoß eine Kugel korrekt und mit Ansage locht.

9-Ball ist die schnellste und wohl spektakulärste Disziplin beim Poolbillard. Gespielt wird 9-Ball mit den Bällen mit den Nummern eins bis neun, die zu Spielbeginn in Form einer Raute mit der Neun in der Mitte auf dem Tisch aufgebaut werden. Ziel ist es, die Neun korrekt zu lochen. Wer das als erster schafft hat das Spiel gewonnen; ein Match besteht auch hier aus mehreren Spielen. Aber immer muss als erster Ball der mit der niedrigsten Nummer auf dem Tisch angespielt werden. Da aber Kombinationen erlaubt sind und eine wichtige Rolle beim 9-Ball spielen, eröffnet diese Disziplin vielfältige taktische Möglichkeiten. Fehler können schnell zum Spielverlust führen, so dass die Stars zum einen auf einem unglaublichen Niveau spielen müssen, zum anderen aber auch ständig für Dramatik gesorgt ist.

10-Ball ist die jüngste Disziplin beim Poolbillard.  Es wird mit zehn durchnummerierten Bällen von 1 bis 10 und dem Spielball gespielt. Die Objektbälle werden so im Dreieck aufgebaut, dass die 1 auf dem Fußpunkt liegt und die 10 in der Mitte des Dreiecks, der Rest bleibt unsortiert. Die Kugeln müssen "press" aufgebaut sein, d.h., dass sich die Kugeln lückenlos berühren. Ähnlich wie im 9-Ball, müssen die Kugeln in aufsteigender Reihenfolge angespielt werden, jedoch muss hier vor jedem Stoß angesagt werden bzw. offensichtlich sein, welche Kugel in welches Loch gespielt wird. Ziel des Spiels ist, die Kugel mit der Nummer 10 gemäß den Regeln zu versenken.

14/1 endlos ist die Seriendisziplin beim Poolbillard. Die Farben und Zahlen der Objektbälle haben hierbei keine Bedeutung. Es geht einfach darum, möglichst viele Kugeln hintereinander zu versenken. Solange ein Spieler keinen Fehler macht bleibt er also endlos am Tisch. Jeder korrekt gelochte Ball bringt einen Punkt. Gewonnen hat, wer als erster eine vorgegebene Punktzahl erreicht. Die zusätzliche Schwierigkeit besteht aber darin, dass 14/1 endlos ein Ansagespiel ist. Vor dem Stoß muss also angesagt werden, welche Kugel in welche Tasche gespielt werden soll. Nachdem 14 Bälle gelocht wurden und also nur noch eine Kugel auf dem Tisch liegt, werden die anderen 14 wieder aufgebaut. Dazu setzt man sie wie zu Spielbeginn im Dreieck auf, wobei die Spitze des Dreiecks frei bleibt.