Snooker ist eine Variante des Billardsportes, die 1875 von britischen Kolonialoffizieren in Indien entwickelt wurde. Im Mutterland Großbritannien ist Snooker ein Volkssport mit Aktivenzahlen fast wie beim Fußball. Die Fernsehübertragungen der großen Turniere auf den britischen Inseln sind auch heute noch Straßenfeger. Die Stars der Szene sind alleine durch die Preisgelder zu vielfachen Millionären geworden. Auch in Deutschland wird Snooker durch umfangreiche Fernsehübertragungen immer populärer.

Auch beim Snooker ist der Tisch mit sechs Taschen versehen, aber gespielt wird auf einem 12-Fuß-Tisch. Der Tisch ist also erheblich größer als beim Poolbillard, während die Bälle deutlich kleiner sind. Hinzu kommt, dass die Tascheneinläufe beim Snooker abgerundet sind. Das macht ein erheblich höheres Maß an Präzision notwendig. Taktische Finesse und technisches Können müssen hinzukommen. Snooker erweist sich immer wieder als Faszinosum, bei dem viele kleine Spannungsbögen sich am Ende zu einem großen Drama verdichten können. Hier gilt noch in viel stärkerem Maße, dass nicht das sichere Lochen alleine entscheidend ist. Vielmehr hängt das Wohl und Wehe hauptsächlich davon ab, wo der weiße Spielball am Ende des Stoßes liegen bleibt, um aus den unzählbaren denkbaren Möglichkeiten auf dem Tisch eine möglichst spielbare zu ermöglichen.

Neben dem weißen Spielball wird Snooker mit 15 roten Kugeln und sechs andersfarbigen, der Einfachheit halber die Farben genannt, gespielt. Jeder Akteur muss, wenn er an den Tisch kommt, zunächst einen roten Ball spielen. Kann er einen der Roten lochen, ist dann eine Farbe an der Reihe, dann wieder rot und so weiter. Es kommt also darauf an, eine möglichst lange Sequenz Rot-Farbe zu spielen, immer abwechselnd. Für eine korrekt gelochte rote Kugel bekommt man einen Punkt, während die Farben mit zwei bis sieben Punkten bewertet sind. Außerdem bleiben gelochte rote Bälle vom Tisch, während gelochte Farben nach dem Lochen immer wieder auf ihren Aufsetzmarken ausgesetzt werden, solange noch rote Bälle da sind. Nach dem Versenken des letzten roten Balles kann man noch einmal eine beliebige Farbe spielen. Die kommt dann wieder auf den Tisch, und dann beginnt das oftmals entscheidende Endspiel auf die Farben: Nun müssen die farbigen Kugeln in der aufsteigenden Reihenfolge ihrer Werte gelocht werden, und jetzt bleiben sie auch in den Taschen: gelb (2 Punkte), grün (3), braun (4), blau (5), pink (6) und schwarz (7). Wenn der Tisch leer ist, hat derjenige mit den meisten Punkten den Frame gewonnen. Ein Match besteht aus mehreren Frames. Ein Spieler bleibt solange am Tisch, bis er keinen Ball mehr locht oder ein Foul begeht.

Angesichts der Komplexität beim Snooker und der großen Distanzen ist es allerdings nicht immer möglich, Bälle zu lochen. Dann kommt dem Safety-Spiel taktisch entscheidende Bedeutung zu. Dabei geht es darum, den Spielball möglichst sicher abzulegen. Die Krone des Safety-Spiels ist ein Snooker: Dabei ist für die Weiße der Weg zu einem anspielbaren Ball durch andere Kugeln verstellt. Ein Snooker führt oftmals dazu, dass der Gegner keine sichere Ablage mehr erreichen kann und so dem Kontrahenten die vielleicht entscheidende Chance hinstellen muss.